Bevölkerung


Die animierte Grafik zeigt die Veränderungen der chinesischen Bevölkerungspyramide im Zeitraum 1950-2050. Deutlich erkennbar sind die Auswirkungen der bevölkerungspolitischen Maßnahmen; für die kommenden 50 Jahre handelt es sich allerdings um eine Prognose!
[Quelle: IIASA]

 

Nach den Schätzungen des US Census Bureau wird sich die Bevölkerungspyramide Chinas bis zum Jahr 2050 wie folgt entwickeln:

Nach Angaben des US Census Bureau erstelltes Diagramm der Bevölkerungsentwicklung Chinas von 1950 bis 2050. Nach der dieser Darstellung zu Grunde liegenden Annahme wird China trotz der Ein-Kind-Politik frühestens in 2050 einen leichten Rückgang der Bevölkerungszahl erreichen. Bis dahin steigen die Zahlen noch an; 2040 würde mit ca. 1,49 Mrd. Einwohnern der Höchstwert erreicht werden — immerhin 230 Millionen Menschen mehr als im Jahr 2000!


chinesische Broschüre zur Propagierung der Ein-Kind-Politik

Zu diesem Thema schrieb die Tageszeitung DIE WELT am 1.2.2000:
China nimmt Abschied von Ein-Kind-Politik
Niedriges Bevölkerungswachstum trotz vieler Ausnahmen - Aufklärung greift
Von Johnny Erling Peking - Am 5. Januar wird in China nach dem Mondkalender das neue Jahr des Drachens gefeiert. An diesem Tag wünschen sich traditionsgemäß die Chinesen viele Kinder, am liebsten männliche Nachkommen als "Drachensöhne". Dieses Mal indes beginnt das Jahr des Drachen mit einem politischen Signal: China will seine weltweit kritisierte und von den USA als Verletzung der Menschenrechte angegriffene Geburtenkontrolle liberalisieren. Bei der unter dem Namen Ein-Kind-Politik bekannt gewordenen staatlich erzwungenen Geburtenplanung sollen künftig immer mehr Ausnahmen möglich werden. Bereits heute erhalten fast alle jungen Stadtbewohner das Recht, in Zukunft wieder zwei Kinder zu haben. "Unsere Familienplanung hat sich über Jahre bewährt", sagte am Montag die Vizeministerin für Familienplanung, Zhang Yuqin, in Peking. Chinas jüngste Zahlen unterstreichen dies: Um nur noch elf Millionen Menschen wuchs 1999 die Gesamtbevölkerung auf derzeit 1,259 Milliarden Menschen an. Mit dem bisher niedrigsten Zuwachs von weniger als neun Promille kann China unter seinem Ziel von 1,3 Milliarden Menschen zum Ende des Jahres 2000 bleiben. Pekings Familienplaner fühlen sich sicher genug, um zum ersten Mal zu berichten, wie wenig einheitlich ihre Ein-Kind-Politik in China zur Anwendung kam. Sie konnte bislang in nur sechs der entwickelten Provinzen und Regionen des Landes, darunter Peking, Shanghai, Jiangsu und Sichuan für 37 Prozent der Bevölkerung durchgesetzt werden. Für mehr als die Hälfte der Bevölkerung (53 Prozent) in weiteren 19 Provinzen waren die Ausnahmen von der Einkindfamilie die Regel, die etwa Bauernfamilien, deren Erstgeborene ein Mädchen war, das Recht auf ein zweites Kind erlaubten. Diese Angaben verdeutlichen, warum nach 20 Jahren der erzwungenen Ein-Kind-Politik heute in China nur wenig mehr als 60 Millionen Einzelkinder bei den 365 Millionen Familien des Landes gezählt werden. Planungsdirektorin Jiang Yiman kündigte an, dass alle Einzelkinder in 27 Provinzen des Landes künftig das Recht erhalten, wenn sie sich verheiraten und beide Ehepartner Einzelkinder sind, wieder zwei Kinder zu bekommen. China hält zwar generell weiter an seiner restriktiven Geburtenplanung fest, beendet aber alle Versuche, seine Ein-Kind-Politik hundertprozentig durchsetzen zu wollen. Mit einem Anstieg der Bevölkerung rechnen die Geburtenplaner dennoch nicht. Ein immer besserer Lebensstandard, mehr Aufklärung und Verhütung begrenzen die Zahl der Kinder heute ebenso stark wie die Zwänge zur Geburtenkontrolle. “Noch wachsen wir trotz Tritts auf die Bevölkerungsbremse” bis zum Jahr 2050, sagt der Statistiker Wang Qian. Chinas Bevölkerung werde bei 1,5 Milliarden Menschen Nullwachstum erreichen und dann wieder abnehmen.

In der Frankfurter Rundschau vom 31. Juli 2002 erschien dagegen die folgende Meldung:

Ein-Kind-Politik verschärft
“PEKING (kna). Die chinesische Provinz Guangdong verschärft die Ein-Kind-Politik. Wer gegen die Gesetzesregelung verstößt, soll künftig das Achtfache eines Jahresverdienstes zahlen. In der Vergangenheit hatten sich in der recht wohlhabenden Provinz viele Paare ein zweites Kind 'geleistet'. Bisher lag die Strafe beim zweifachen Jahreseinkommen.”

Am 6. Januar 2005 berichtet SPIEGEL online: „China knackt Grenze von 1,3 Milliarden Einwohnern.“


Karte des Bevölkerungswachstums 2003 (nach Provinzen)

Karte der Bevölkerungsdichte Asiens. Für volle Bildgröße bitte klicken!
bitte anklicken für VollformatKarte der Einwohnerzahlen der Provinzen der VR China. Für volle Bildgröße bitte klicken!
Diese Karte wurde mittels des GIS-Programms ArcView 9.2 erstellt. Die Daten sind dem FISCHER Weltalmanach 2005, S. 96 entnommen.
bitte anklicken für VollformatKarte der Bevölkerungsdichte Chinas. Für volle Bildgröße bitte klicken!
Diese Karte wurde mittels des GIS-Programms ArcView 9.2 erstellt. Die Daten sind dem FISCHER Weltalmanach 2005, S. 96 entnommen; als Arbeitsblatt gibt es diese Karte auch im pdf-Format.
Karte der Sprachregionen Chinas. Für volle Bildgröße bitte klicken!


Peking stellt Armutsbericht vor
PEKING (afp). In China gibt es nach Regierungsangaben fast niemanden mehr, der in 'absoluter Armut' lebt. Dank eines 1994 gestarteten Programms verfüge inzwischen praktisch jeder Chinese über mindestens 176 Mark pro Jahr, sagte Gao Hongbin von der zuständigen Regierungsbehörde am Freitag der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. 'Nur' 26 Millionen der 1,2 Milliarden Chinesen, die entweder behindert seien oder in extrem lebensfeindlichen Regionen wohnten, lebten noch unterhalb dieses Minimums, erklärte Gao.
[aus: FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 18.11.2000, S. 2]

Die bevölkerungsreichsten Staaten der Erde

Einwohnerzahl in Millionen (Schätzungen)


  • Der Kölner Sinologe Prof. Dr. Thomas Scharping hat unter dem Titel Bevölkerungspolitik und demographische Entwicklung in China die Ergebnisse einer von ihm durchgeführten langfristigen Untersuchung veröffentlicht. Ein sehr interessanter Aufsatz, in dem insbesondere die Folgen der 'Ein-Kind-Politik' dargestellt werden.
  • Über die (auch negativen) Folgen der Ein-Kind-Politik s.a. die Artikel in der FR vom 25.3.1998 und in FOCUS vom 4.9.1995.

    Unterrichtsmodell mit Materialien für den Erdkundeunterricht der 8. Klasse:
  • 8. Klasse China Bevölkerung
  • Empfohlen werden kann auch der von M. Payer herausgegebene Reader zum Thema 'Entwicklungsländer', hier das Kapitel Bevölkerung  (u.a. China und Indien).
  • Auf der Website des Bildungsservers NRW finden sich Download-Links zu Bevölkerungsprognosen, u.a. auch zu dem englischsprachigen Simulationsprogramm (Freeware) GEOSIM.
    Es sei besonders auf die UE zur Ein-Kind-Politik auf dieser Website hingewiesen: "Nur ein Kind, das wird das Problem lösen?: Bevölkerungsentwicklung in China"
  • Inhaltangabe des DVD-Videos “Bevölkerungspolitik in China” {Schul- und Kultusreferat München]
  • Bevölkerungsverteilung in China (Karte)
  • Interessante Propagandaplakate zur Bevölkerungspolitik finden sich auf den sehr empfehlenswerten Webseiten von Stefan Landsberger
  • Bevölkerungspolitik in China
  • Neue Entwicklungen in der Bevölkerungspolitik
  • Bevölkerungsgeschichte und Bevölkerungspolitik in China: Ein Überblick
  • Ein-Kind-Politik wegen Überalterung gelockert
  • Schanghais Eltern sollen zweites Kind bekommen
  • Bevölkerungsentwicklung in China
  • [letzte Überarbeitung der Links: 14.7.2010]
    © Hans-Peter Hein


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